Dezember 2016 - Color Out

Im Winter erscheint die Welt grau, das Leben friert ein, die Farben scheinen ausgeschaltet zu sein. Der Bandname "Color Out" geht auf genau dieses Empfinden zurück. Wir haben das Soloprojekt des Musikers Dave Hedrick in der Halben Stunde im Dezember 2016 vorgestellt.

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Ende 2014 zog Hedrick von Florida nach Chicago. Seine Band stand kurz vor der Auflösung, die Mitglieder hatten sich in unterschiedliche Richtungen auseinander entwickelt. Kurzerhand bekam Hedrick die Idee, ein Soloprojekt zu beginnen. "Ich spiele Gitarre, Bass und Schlagzeug bekomme ich auch ausreichend hin. Also dachte ich mir, mache ich doch einfach alles alleine", sagt Hedrick im Ferninterview mit Netzwelle 16.

Beginnen konnte Hedrick mit einigen Songs, die er ursprünglich für seine Band geschrieben hatte. Weitere Songs schrieb er im Winter 2014 - und damit in einer grauen, farblosen Jahreszeit. So entstand der Bandname "Color Out" in gewisser Weise als Abbild des Kompositionsprozesses. "In gewisser Weise hat sich diese Winterstimmung auch auf die Musik übertragen", sagt Hedrick.

Color Out steht klar für Rockmusik. Die sieht Hedrick jedoch nur als die Grundsubstanz seiner Musik. "Color Out ist eigentlich eine Mischung aus Sub-Genres wie Pop-Rock, Akustik-Rock, Alternative, Pop oder Emo", sagt er. "Neben Color Out bin ich zum Beispiel auch an Projekten mit elektronischer Musik beteiligt. Es macht mir einfach Spaß, neue Genres auszuprobieren. Kurz gesagt ist Color Out aber definitiv eine Rockband."

Stark beeinflusst wird die Musik von Color Out durch die Rockmusik der frühen Zweitausender. "Es ist eine Menge gute Rockmusik in dieser Zeit herausgekommen", sagt Hedrick. "Aber auch viel gute Emo-Musik. Und ich glaube, das ist eigentlich mein stärkster Einfluss." Mehrere seiner Lieblingsbands seien Emo-Bands. Ihm gefalle, sagt Hedrick, wie die Musik eine Geschichte erzähle und ein Gefühl rüberbringe.
Zu konkreten Bands, die Color Out beeinflussen, gehören zunächst '311' und 'Death Cab for Cutie', mit denen Hedrick aufwuchs. Aber auch Bands aus weiter zurückliegenden Jahrzehnten sind noch Einflussquellen, so etwa die Beatles: "Deren Fähigkeit, Pop-Hits zu schreiben, und ihre Melodien sind einfach toll. Und auch Fleetwood Mac, dort gefällt mir vor allem, wie die Lead-Gitarre in die Musik eingebaut wird, wie dieser tolle Klang entsteht."




Im Ferninterview hat sich Hedrick außerdem zu seinem Song 'Kay' geäußert, der einer seiner persönlichen Lieblingssongs ist. Mit einer Person namens Kay hat der Song aber nichts zu tun, Hedrick kennt nicht einmal jemanden mit diesem Namen. Der Name ist ein Wortspiel aus "Okay" und "Oh, Kay".
"Der Song richtet sich an Menschen, die unsicher in ihrer aktuellen Lebenssituation sind, die sich fragen, wie ihr nächster Schritt aussehen muss und ob wohl alles gut geht. Ich bin auch so ein Mensch, vielleicht habe ich den Song also als Botschaft an mich selber geschrieben", sagt Hedrick. "'Kay' hat die Botschaft, den Kopf nicht hängen zu lassen und aufrecht in die Zukunft zu schauen und zu gehen. Dann wird alles 'okay' sein". Das leichte Schmunzeln über das Wortspiel kann man hören.

Website: reverbnation.com/coloroutmusic